Paskali leitet sensationelle Aufholjagd in Velbert ein

cache_243406582458 kg Diaz Kuzumbaew vs. Enrico La Cruz: Hier hat es wohl die einzige Fehlentscheidung des Abends gegeben, da Diaz Kuzumbaev sowohl der aktivere Boxer insgesamt, als auch der mit den klareren/deutlicheren Treffern war. Einzig und allein die Tatsache, dass La Cruz von der Mitte geboxt hat, konnte ihn “im Vorteil” erscheinen lassen. Ein Unentschieden wäre, unter Berücksichtigung des Heimvorteils noch akzeptabel gewesen, aber dieses Urteil ist leider nur mit einer Fehlentscheidung zu erklären.

65kg: Aitikin Yöreci vs.  Artem Harutyunyan: Yöreci, der in der Nacht zum Samstag leicht erkrankte, konnte physisch geschwächt dem starken und immer nach vorne marschierenden Velberter nur 3 Runden Paroli bieten. Danach verließen ihn, krankheitsbedingt, seine Kräfte und der Kampf wurde richtigerweise abgebrochen (TKOA).

70kg: Vjaceslaw Spomer vs. Araik Marutjan: Hier hat es wie bekannt, nach ca. 15 Sekunden der 1. Runde und ich betone bewußt, nach Kampfhandlung, den Handtuchwurf von Seiten des Trainers Witali Tarassow gegeben, um den für das WSB-Nationalteam in 7 Tagen, gegen Italien, antretenden Velberter zu schonen. Die Zuschauer reagierten zunächst mit Pfiffen und Buh-Rufen! Diese sportliche Geste hätte m. E. nach von den Velbertern kommen müssen und wurde im Nachhinein, vor allem nach dem Kampf im Halbschwergewicht Michel vs. Mullenberg, von vielen Anwesenden nachvollzogen und verstanden.

Somit ging es mit 0-3 bzw. 6-9 für die Heimmannschaft in die Pause.

Nach der Pause wurde das Publikum Zeuge einer sensationellen Aufholjagd nach einer geschlossenen Mannschaftsleistung des Boxring Hanau´s!

76 kg  Xhek Paskali vs. Denis Radovan: Paskali drehte das Ding und schlug damit die Wende ein. Er revanchierte sich für das verlorene Finale bei der DM und dominierte seinen Gegner von der 1. Sekunde an und schlug fantastische Kombinationen zum Körper und Kopf über den gesamten Kampfverlauf. Eine wahnsinnige Leistung, nachdem er erst kurzzeitig erfuhr, das er überhaupt boxen sollte. In Runde 3 hatte er Radovan (der sich hauptsächlich mit Klammern und Schieben über die Runden zu retten versuchte) 2 mal “angeklingelt” (angeknockt/angeschlagen). Einmal mit einem Leberhaken und einmal mit einer geraden links-rechts Kombination zum Kinn…das Publikum wurde leiser!

82 kg Serge Michel vs. Peter Mullenberg: Mullenberg boxte von Anfang an in seiner typischen “offenen” Art mit hängender Deckung. Er beruhte sich dabei auf sein Auge und auf seine Beweglichkeit. Zudem nutze er seine Physis indem er in der Nahdistanz (Infight) häufig klammerte und somit die Angriffe von Michel dadurch häufig unterbrechen konnte.

Die ersten beiden Runden waren dadurch recht ausgeglichen und aufgrund seines sicheren und lockeren Auftretens sah es für das Publikum so aus, als sei Mullenberg auf der Siegerstraße. In Runde 3 plötzlich und unerwartet zeigte Michel, der bis dahin jeden seiner Angriffe mit der Führhand (der linken) startete, dass es auch anders geht und fing den ohne Deckung nach vorne stürmenden Mullenberg mit einem rechten Cross an´s Kinn ab. Das Publikum erstarrte und verstummte, als der Holländer regungslos mit dem Kopf bzw. dem Gesicht voraus zu Boden ging. Weshalb der Ringrichter den Kampf noch einmal freigab, um ihn direkt im Anschluß abzubrechen, ist nur damit zu erklären, dass der Athlet nicht gesperrt werden sollte, aber nach einem solchen klaren KO sollte man dies überdenken!

+82 kg  Johann Witt vs. Stefan Sittner: Witt hatte nun die Mission das Ding zu Ende zu bringen und wer ihn kennt, weiß, dass er in solchen Situationen zur Höchstform aufläuft. Die Reichweitenvorteile konnte Sittner in keiner Situation für sich nutzen, da Witt ständig an ihm dran war und ihn immer wieder mit Körper- und Kopfhaken in die Seile trieb. Einige Male war der Velberter angeschlagen, konnte sich aber immer wieder durch seine Doppeldeckung und durch klammern in die nächste Pause retten. Den Punktrichtern blieb keine Wahl, als die deutliche Überlegenheit und Dominanz von Witt mit einem Sieg und somit mit dem sensationellen Unentschieden der Hanauer zu bewerten.