Doppelsieg für den Boxring Hanau

Doppelsieg am Samstag für den Boxring Hanau – 11:7 in 1. Bundesliga gegen SV Motor Babelsberg/ 14:9 in 2. Bundesliga gegen KG Hertha BSC-Cottbus/Boxring-Präsident Ulrich Bittner: „Jetzt fordern wir den Deutschen Meister Velbert am 15. Februar!“/Knapp 900 Zuschauer in gut gefüllter August-Schärttner-Halle

IMGP2869Strahlende Gesichter überall am Samstag-Abend in der mit knapp 900 Zuschauern gut gefüllten August-Schärttner-Halle (eine Hallenhälfte) bei den Boxring-Verantwortlichen:  Trainer Carlo Pagana bejubelte mit dem Boxring Hanau II den ersten Saisonsieg in 2. Bundesliga gegen die Kampfgemeinschaft Hertha BSC Berlin-Cottbus. 14:9 hieß es am Ende für die von Nationalstaffel-Boxer Hamza Touba (Foto) angeführten Hanauer. Angelo Fragassi und Vizepräsident Norbert Schmalfuss freuten sich über einen deutlichen 11:7-Sieg in der 1. Bundesliga über den SV Motor Babelsberg. Und Präsident Ulrich Bittner blickte bereits voraus: „Jetzt fordern wir den Deutschen Meister Velbert am 15. Februar.“

 
Eine starke Mannschaft hatte der Boxring Hanau am Samstag in der 1. Bundesliga aufgeboten (sechs Kämpfe mit vier Runden á drei Minuten). Mit Xhek Paskali, Igor Teziev und Erik Pfeifer waren drei Athleten dabei, die zum Stamm von Team Germany in der World Series of Boxing (WSB) gehören. Hanaus Cheftrainer Witali Tarassow sekundierten dementsprechend die Bundestrainer Valentin Silaghi und Zoltan Lunka, die ihre Kaderathleten aus nächster Nähe begutachteten. Dazu feierte Artur Bril, aktuell Deutscher U21-Meister, sein Debut in der Hanauer Staffel. Und Bril (bis 58 Kg), auch schon mal Jugend-Weltmeister, brachte den Gastgeber mit einer überzeugenden Leistung und einem einstimmigen Punktsieg gegen den Babelsberger Gashi, immerhin Deutscher Vizemeister, gleich in Führung. Einen tollen Kampf lieferten sich der Hanauer Kastriot Sopa (bis 65 Kg) und der Babelsberger Artjom Daschjan, der zu Beginn stark auftrumpfte, aber dann vom schnellen Sopa Runde für Runde zunehmend dominiert wurde. Auch hier ein einstimmiges Urteil für den Hanauer.

 
Einen Boxer der Extraklasse präsentierten die Babelsberger mit dem erst 19 Jahre alten Eimantas Stanionis (bis 70 Kg) gegen einen gewiss nicht schlechten Hanauer Slawa Spomer. Wie aber der gebürtige Litauer Stanionis auftrumpfte, mit dem Aufzeigen der gesamten boxerischen Palette von guter Führhand, Kombinationen, Serien an Kopf und Körper, großer Beweglichkeit und einer starken linken Schlaghand, das nötigte sogar den ansonsten lautstark anfeuernden Hanauer Fans Respekt ab, die auf einmal seltsam ruhig waren. Wenig überraschend das Urteil: Einstimmiger Punktsieg für den Babelsberger. In der Gewichtsklasse bis 76 Kg ging für Hanau Xhek Paskali in den Ring, der bislang seine drei Kämpfe in der Bundesliga für den Boxring allesamt gewinnen konnte, aber vergangene Woche in der WSB eine unglückliche Niederlage in Algerien kassiert hatte. Sein Gegner Benjamin Kremers, unorthodox aber mutig boxend, traf auf einen hochkonzentrierten Paskali, der in der ersten Runde noch zurückhaltend agierte, aber in der 2. und 3. Runde immer wieder mit seiner Führhand traf und viele Schläge von Kremers geschickt auspendelte. Als Kremers in der 4. Runde angezählt wurde, war der Kampf für Paskali und damit Hanau entschieden: Die Punktrichter entschieden einstimmig.

 
Nur zwei Runden benötigte der Hanauer Igor Teziev (bis 82 Kilogramm), um seinen Babelsberger Gegner Sadula Abdulai zu zermürben. Nach wiederholtem Festhalten in der 2. Runde wurde Abdulai verwarnt, wenig später flog das Handtuch: Sieg durch TKO für Teziev. Dem olympischen Bronzemedaillengewinner und WM-Dritten Erik Pfeifer (+82 Kilogramm) war es im letzten Kampf vorbehalten, den erfolgreichen Kampfabend aus Hanauer Sicht zu krönen. Aus einer stabilen Doppeldeckung heraus boxend, ließ er den Babelsberger Vitalijus Subacius überwiegend kommen und setzte seine Konter-Treffer. Subacius bewies große Nehmerqualitäten, versuchte weiter anzugreifen, konnte aber Pfeifer nie in Gefahr bringen. Ein routinierter Auftritt von Pfeifer bescherte Hanau erneut einen einstimmigen Punktsieg – und das Endergebnis von 11:7. Damit liegt Hanau nur noch einen Punkt hinter dem Tabellenführer und Deutschen Meister Velberter BC22. Am 15. Februar erwartet Hanau Velbert (Hinkampf endete 9:9). Ulrich Bittner: „Ich habe vor der Saison gesagt, wenn wir als Erstliga-Aufsteiger nicht Letzter werden, wäre das ein Riesenerfolg. Aber jetzt fordern wir Velbert! Wir werden die Begegnung am 15. Februar als Vorkampf vor der WSB-Begegnung von Team Germany gegen die USA austragen. Am Airportcenter in Frankfurt. Da könnte es eine kleine Vorentscheidung um die Deutsche Meisterschaft geben.“

 
In der 2. Bundesliga waren acht Kämpfe (drei Runden á drei Minuten) angesetzt. Tatsächlich sahen die Zuschauer aber nur sieben Kämpfe, weil die KG Hertha BSC Berlin-Cottbus keinen Kämpfer im Halbweltergewicht stellen konnte. Hamza Touba zwang seinen Gegner Tom Tran mit zwei Leberhaken zweimal auf den Ringboden und beendet in der 2. Runde den Kampf durch TKO. Erik Sokolov errang einen einstimmigen Punktsieg über den KG-Kämpfer Marco Lebeda. Eduard Schmidt (Hanau) verlor mit 1:2 gegen Hambar Zumjan. Aber Ansor Magomedov ließ die Hoffnungen der Gäste wieder schwinden mit seinem einstimmigen Punktsieg über Dzhakaev. Gegen den an diesem Abend besten KG-Boxer, Janny Kumbinde, verlor der Hanauer Andreas Hermann. Daniel Lokstein setzte sich im Halbschwergewicht knapp gegen Kevin Debrah durch und baute die Hanauer Führung wieder aus.

Publikumsliebling Max Keller bekam es im Schwergewicht mit dem aktuellen Deutschen U21-Meister Mike Farselow zu tun. Ein enges Gefecht, das letztlich mit einem 2:1-Sieg für Keller gewertet wurde und den 14:9 Sieg vom Boxring Hanau II gegen die KG Hertha BSC Berlin-Cottbus perfekt machte. Carlo Pagana: „Endlich sind wir mit unserer jungen Mannschaft in der Liga angekommen. Die Jungs haben alles gegeben und verdient gewonnen. Eine schöne Revanche für die aus unserer Sicht unglückliche 10:13-Niederlage in Berlin.“