Bittners „Junge Wilde“ stürmen an die Tabellenspitze!

Tabelle

Mit einem denkbar knappen, aber verdienten 12:11-Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin haben die „Jungen Wilden“ vom Boxring Hanau die Tabellenspitze der 2. Bundesliga übernommen. Dabei beeindruckten die Hanauer zum zweiten Mal in Folge vor allem mit unbändigem Willen, großem Teamgeist und Comeback-Qualitäten.

Wie schon am ersten Kampftag gegen das Box-Team Hanse Wismar ging Hanau wieder mit einer 0:2-Hypothek in die Begegnung, nachdem Meriton Rexhepi aufgrund eines Formfehlers für boxuntauglich erklärt wurde. Der Hamburger war zwar im Offenbacher „Challenge Gym“ vor Ort und ging auch mit seinem Kampfgewicht von 75kg über die Waage, musste aber dennoch zuschauen, da seine letzte sportmedizinische Untersuchung mehr als ein Jahr zurücklag. Vor zwei Wochen gegen Wismar stand Rexhepi noch im Ring und war vom Arzt für boxtauglich erklärt worden. Doch ein fehlender Eintrag im Kampfpass kostete ihn gegen Hertha den Einsatz und brachte die Berliner gleich mal kampflos in Führung.

Die Freude der Gäste über den Faux-Pas währte allerdings nicht lange, denn der unerwartete Rückstand führte zu einer „Jetzt-erst-recht“-Einstellung, mit der die verbliebenen Hanauer letztlich den Sieg holten. Danach sah es zunächst allerdings nicht aus. Denn Hanaus belgischer Neuzugang Dodji Ayigah, der als Ersatz für den in Rio de Janeiro weilenden Hamza Touba in der Gewichtsklasse bis 52kg antrat, musste sich im ersten Kampf des Abends dem Berliner Alberto Mustafi einstimmig nach Punkten geschlagen geben.

SiegerZarraaDen ersten Sieg für das Heim-Team feierte dann der Deutsche U21-Meister Younes Zarraa (56kg), der sich ebenfalls einstimmig nach Punkte gegen den Berliner Movsar Isaev durchsetzte. Es folgte in der Gewichtsklasse bis 60kg das Duell zwischen dem Hanauer Nenad Stancic und Herthas Murat Yildirim. Stancic musste sich nach guter Leistung am Ende denkbar knapp mit 2:1 Richterstimmen geschlagen geben.

Zum Glück für die Hanauer holte Wladislaw Baryshnik (64kg) im nächsten Kampf einen wichtigen Sieg für sein Team. Sein Gegner Shamil Asimov knickte in der zweiten Runde um und konnte nicht weiterbauen, so dass Baryshnik zum Sieger durch TKO erklärt wurde.

Zur „Halbzeit“ stand es damit inklusive des kampflos verlorenen Duells von Meriton Rexhepi 6:8 gegen den Boxring Hanau. Damit war klar: Die letzten drei Kämpfe mussten die Heimboxer allesamt gewinnen, um sich doch noch den Gesamtsieg zu sichern.

NikitinDen Auftakt zum großen Comeback machte Stepan Nikitin (69kg), der sich nach einem harten Gefecht mit Magomed Zultikiov am Ende verdient mit 2:1-Richterstimmen durchsetzte. Es folgte die wohl dramatischste Ringschlacht des Abends zwischen dem Berliner Abdulrahman Abu-Lubdeh und Hanaus Athanasios Kazakis (81kg). Kazakis hatte zu Beginn sichtlich Probleme mit der Rechtsauslage seines Gegners und fand nicht gut in den Kampf.

In der zweiten Runde nahm der Hanauer dann eine entscheidende taktische Änderung vor und wechselte zeitweise selber die Auslage. Damit überraschte er seinen Gegner und konnte Abu-Lubdeh sogar ein Mal zu Boden schicken. Dieser Niederschlag drehte letztlich den Kampf, so dass sich Kazakis am Ende knapp und etwas glücklich einstimmig nach Punkten durchsetzte.

SiegePervizajDamit stand es 10:10 Unentschieden, als die Superschwergewichtler Albon Pervizaj (Hanau) und Peter Waitschies (Hertha) zum finalen Showdown in den Ring stiegen. Waitschies war zwar der größere Mann, konnte seine Reichweitenvorteile aber nie ausspielen, weil Pervizaj vom ersten Gong an Dauerdruck machte und seinen Gegner durch den Ring trieb. Immer wieder landete der Hanauer dabei harte Treffer mit beiden Händen und holte mit seinem ungefährdeten einstimmigen Punktsieg am Ende den Erfolg für den Boxring Hanau.

„Das war eine grandiose Leistung der Jungs, die vor allem eine tolle Moral gezeigt haben“, kommentierte Hanaus Macher Ulrich Bittner, der die Live-Übertragung der Veranstaltung bei BoxSport TV in Dubai mitverfolgte. „Es ist großartig zu sehen, was in Hanau innerhalb kürzester Zeit zusammengewachsen ist. Die Jungs machen richtig Spaß und Lust auf mehr. Jetzt stehen sie verdient an der Tabellenspitze – und den Platz werden sie bis zum Ende der Saison nicht mehr hergeben wollen!“

Der Sprung auf Platz 1 wurde begünstigt von der Tatsache, dass sich Chemnitz und Wismar im parallel stattfindenden Gefecht mit einem Unentschieden trennten. Weiter geht es für die „Jungen Wilden“ am 23. Januar beim Tabellenzweiten in Chemnitz. Beim Rückkampf eine Woche später könnte es dann schon zu einer Art Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft kommen.